Schülerbetriebspraktikum

Einen zentralen Baustein der Berufswahlorientierung stellt das Schülerbetriebspraktikum dar.

Es bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, außerhalb des „geschützten“ Arbeitsbereiches Schule erste Erfahrungen mit der Realität der Arbeitswelt zu sammeln. Kein noch so gut vorbereiteter theoretischer Unterricht kann die im Praktikum erlebten Erfahrungen und Eindrücke ersetzen.

Das Praktikum findet an unserer Schule zum Ende des 1. Halbjahres der Jahrgangsstufe 9, direkt im Anschluss an die Weihnachtsferien statt. Drei Wochen werden die Schülerinnen und Schüler in Betrieben mit der Realität der Arbeitswelt konfrontiert und können erste Einblicke in die Berufswelt erlangen.

Als Ansprechpartner (im Vorfeld des Praktikums) stehen den Schülerinnen und Schülern die StuBOs der Wilhelm-Busch-Realschule zur Verfügung. Sie informieren in einem Elternbrief in Klasse 8 über das Praktikum allgemein, klären formale Aspekte und unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Kontaktaufnahme zu den Betrieben. Weiterhin übernehmen sie während der Praktikumsphase eine Art „Feuerwehrfunktion“. Sollten sich während dieser Zeit gravierende Schwierigkeiten zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Betrieben herauskristallisieren, treten diese Kollegen als Vermittler auf und sorgen gegebenenfalls für einen anderen Praktikumsplatz.

Die flächendeckende Betreuung der Praktikantinnen und Praktikanten während des dreiwöchigen Praktikums übernehmen die jeweiligen Klassenlehrerinnen und -lehrer.

Die Vorbereitung auf das Schülerbetriebspraktikum beginnt im zweiten Halbjahr der Klasse 8. Kurz nachdem die Neuntklässler ihr Praktikum beendet haben, präsentieren sie diesem Jahrgang auf Postern oder in Powerpoint-Präsentationen nach Branchen geordnet ihre Praktikumsstellen. Sie geben Auskunft über die Art der Tätigkeiten, die Arbeitszeiten, mögliche Berufsbilder und deren Voraussetzungen usw. und stellen sich den Fragen ihrer Mitschüler/innen. Idealerweise gehen die Achtklässler aus dieser Veranstaltung mit konkreten Vorstellungen für ihr eigenes Praktikum oder sogar den entsprechenden Adressen. Dies soll dazu beitragen, dass die Schüler/innen gezielter ihre Praktikumsplätze aussuchen, denn in der Vergangenheit hatte sich dies als ein Problembereich erwiesen.

Insgesamt hat es sich als sehr positiv herausgestellt, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Praktikumsstelle selber suchen - ein Verfahren, das sowohl persönliches Engagement erfordert, als auch den vorab theoretisch behandelten Prozess von der Kontaktaufnahme über die persönliche Vorstellung bis zur „Stellenzusage“ praktisch einübt. Im Falle einer erfolglosen Suche nach einem  Praktikumsplatz können sich  betreffende Schülerinnen und Schüler  an  die  beiden o. g. Kollegen wenden, da diese über einen Pool von Praktikumsstellen verfügen und bei der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle helfen könnten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dies nur in Ausnahmefällen notwendig ist.

Damit die Schülerinnen und Schüler nicht unvorbereitet in das Betriebspraktikum gehen, werden im Unterricht vorab Themenbereiche behandelt, die ihnen den Einstieg in die Praktikumsphase erleichtern. So werden im Politikunterricht beispielsweise rechtliche Bedingungen für Praktikantinnen und Praktikanten bzw. spätere Auszubildende thematisiert und kritisch hinterfragt, persönliche Erwartungen formuliert und allgemeine Fragen geklärt.

In der Praktikumsnachbereitung  werden neben der inhaltlichen Nachbereitung im Unterricht in einer Praktikumsmappe Erfahrungen dokumentiert, betriebliche Abläufe festgehalten und die persönliche Eignung für den  Beruf bzw. das Berufsbild kritisch hinterfragt.

Ferner wird im Politikunterricht der Berufswahl- Ordner „Planet- Beruf“ eingesetzt. Diese Materialien können den Schülerinnen und Schülern helfen, sich über die eigenen Interessen und Fähigkeiten klar zu werden, ihre individuelle Berufswahlentscheidung zu treffen, darüber zu reflektieren, was die eigene Zukunft bringt, sich für eine Bewerbung fit zu machen.

Befragungen haben ergeben, dass das Praktikum bei den Schülerinnen und Schülern einen hohen Stellenwert einnimmt. Sie absolvieren das Praktikum größtenteils mit Spaß und Engagement und lernen darüber hinaus wichtige Aspekte des Berufslebens kennen. Hierbei gelangen sie auch zu einer höheren Einschätzung der Grundtugenden Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit.