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DOXS RUHR Filmfestival


Filme für junge Leute

Klasse 10 B der Wilhelm-Busch-Realschule ist zu Gast in der Schauburg

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Am 11.November waren wir, die Klasse 10B der Wilhelm-Busch-Realschule, zu Gast zum 10. DOXS RUHR-Festivaljubiläum in Dortmund in der Schauburg. Diese Veranstaltung bietet jungen Menschen an, Dokumentar- Filme kostenfrei im Kino zu schauen und anschließend mit den Filme-Machern ins Gespräch zu kommen. Wir sahen den Film „The Last Male on Earth“ von der Regisseurin Floor van der Meulen, mit der wir nach der Vorstellung ein Interview führen konnten.

Die Schauburg ist ein Lichtspielhaus, das 1912 errichtet wurde und uns mit seinen bequemen roten Plüschsesseln beeindruckt hat. Sehr herzlich wurden wir und zahlreiche andere Schulklassen von der Moderatorin, Eva-Maria Schneider Reuter, begrüßt und erhielten eine kurze Einführung in den Film. Anschließend konnten wir den 70minütigen Dokumentarfilm schauen und danach die Regisseurin, Floor van der Meulen und den Experten für Biodiversität, Dr. Florian Ruland, befragen.

Sudan - Der begehrteste Junggeselle der Welt

„The Last Male on Earth” zeigt die letzten Jahre von Sudan, des letzten männlichen Nördlichen Breitmaulnashorns.  Im März 2018 starb das bekannte Nashorn.

Der Dokumentarfilm begleitet das letzte auf der Erde verbliebene männlichen Nördliche Breitmaulnashorn seiner Art auf seinen letzten Lebensjahren mit Countdown bis zu seinem Tod. Sein Name war „Sudan“ und er wurde 1973 in dem afrikanischen Land Sudan geboren, aber lebte am Ende seines Lebens im Ol Pejeta Reservat in Kenia.  

Obwohl das Nashorn im Mittelpunkt des Films steht, geht es genauso um die Menschen im Umfeld von Sudan. Sein Pfleger James hatte sehr engen persönlichen Kontakt zu Sudan und hoffte durch sein Schicksal auf das Artensterben aufmerksam zu machen. Durch eine Spendenaktion beim Dating-Anbieter Tinder wurde Sudan sehr bekannt und dort als „begehrtester Junggeselle“ geführt. Daraufhin kamen viele Touristen nach Kenia, um das letzte Nördliche Breitmaulnashorn zu sehen, zu fotografieren oder sogar zu streicheln. Bewaffnete Leibwächter bewachten das Nashorn rund um die Uhr und riskierten dabei ihr Leben, denn Wilderer waren auf sein Horn aus, das in Asien sehr teuer verkauft werden kann. Der Film zeigt die Emotionen dieser Menschen, die tief betroffen vom Tod von Sudan sind. Nun versuchen Wissenschaftler mithilfe künstlicher Reproduktion den Fortbestand der Unterart zu sichern, denn es leben noch zwei weibliche Tiere dieser Unterart in Kenia. Eizellen dieser Nashornweibchen können mit den vor längerer Zeit gewonnenen und eingelagerten Spermien vereint werden. Die daraus entstehenden Embrios könnten von einem Südlichen Breitmaulnashorn ausgetragen werden. Doch die Methode ist sehr kostenintensiv und viele Forschungen müssen noch getätigt werden.

Die Frage „Warum diese Art unbedingt gerettet werden muss“ wurde im Film vielen Menschen gestellt, konnte jedoch oft gar nicht oder nur oberflächlich beantwortet werden.

Hier zeigt der Film die ganze Tragik: Obwohl wir Menschen wissen, dass wir die Ursache für das große Artensterben auf der Erde sind, sind wir am Ende doch hilflos und können es nicht verhindern.

Unser Tipp: Der Film kann kostenfrei über die Stadtbibliothek und deren Filmportal FILMFRIEND gesehen werden.

„Es war ein magischer Moment“

Als die Regisseurin Floor van der Meulen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, Sudan, streicheln durfte, entschloss sie sich, einen Dokumentarfilm über sein Schicksal und die Menschen, die ihn begleitet haben, zu drehen.

Nach der Vorführung des Dokumentarfilms, konnten wir die Regisseurin, Floor van der Meulen, und den Experten für Biodiversität, Dr. Florian Ruland, befragen.

Schüler: Was hat Sie bewegt, diesen Dokumentarfilm zu drehen?

Van der Meulen: Ich sah das Bild von Sudan mit seinem persönlichen Bodyguard in der Zeitung. Da fragte ich mich, wieso dieses Nashorn diesen Schutz benötigt. Ich wollte die Tragödie erfahrbar machen, die auch viel über uns Menschen zeigt. Als ich in Kenia Sudan streicheln durfte, war es ein „magischer Moment“, aber auch befremdlich. Denn es ist ja nicht normal, dass man ein Nashorn berühren darf.

Schüler: Warum haben Sie das Sterben von Sudan nicht im Film gezeigt?

Van der Meulen: Dieses war ein sehr privater Moment. Es war mir wichtiger, die Reaktionen der Menschen zu zeigen, die sehr berührt vom Tod des letzten männlichen Nördlichen Breitmaulnashorns sind.

Schüler: Der Film zeigt, dass Menschen nach dem Tod von Sudan auf seiner Begräbnisfeier an seinem Grabstein Selfies machen und viel Spaß haben. Dies befremdet uns. Wie ist diese Reaktion zu verstehen?

Van der Meulen: In Afrika ist die Kultur bei Begräbnisfeiern anders, dort feiern die Menschen und sind fröhlich, sie werden als Fest des Lebens zelebriert.

Schüler: Die Frage „Was bedeutet das Aussterben der Nördlichen Breitmaulnashorns?“ wird im Film nicht befriedigend beantwortet. Wie stehen Sie dazu?

Dr. Ruland: Wir wissen nicht, was passiert. Ein Netzwerk im Gleichgewicht der Natur wird gestört, wenn eine Art verschwindet. Dadurch können andere Arten leiden und die Natur verändert werden. Wir Menschen sind Teil dieses Netzwerkes und bekommen daher auch die Folgen zu spüren.

Schüler: Haben Sie Hoffnung, dass man die Unterart des Nördlichen Breitmaulnashorns durch künstliche Reproduktion noch retten kann?

Van der Meulen: Im Film wollte ich die Realität zeigen, die schrecklich ist. Aber es gibt noch Hoffnung. Dennoch bin ich eher pessimistisch, dass eine Reproduktion Erfolg haben wird. Ich finde, man sollte das Geld für diese Forschung besser in den Erhalt anderer Arten investieren.

Dr. Ruland: Grundsätzlich bin ich optimistisch. Jedoch fließt sehr viel Geld, um eine Art zu retten. Viele Menschen fühlen sich schuldig, jedoch lähmt uns dieses Schuldgefühl oft. Wir sollten unsere Chancen nutzen und handeln und das geht auch im Kleinen, wenn man z.B. eine Blühwiese anlegt.

 

Stimmen zu einem besonderen Dokumentarfilm

 

Anastassia: „Mich hat der Film beeindruckt. Mir wurde klar, dass sich die Menschen viel mehr um die Tiere kümmern sollten.“

Mahmoud: „Mich hat schockiert, dass täglich unzählige Pflanzen- und Tierarten aussterben, die der Mensch vielleicht noch gar nicht erforscht hat.“

Danial: „Wir Menschen schaden durch unsere Lebensweise den Lebewesen unseres Planeten und letztlich uns selbst.“

Yusuf: „Die Verantwortung liegt in unserer Hand.“

Mohammed: „Der Dokumentarfilm bietet nicht nur Fakten, sondern zeigt die Beziehung von Menschen zu Sudan. Dies macht ihn interessanter für mich als andere Filme.“

Texte von

 

Soraya Barmou, Danial Daryab, Mohammed Parlak, Anastassia Lignowski, Fabio Rollo, Jan Malcharek, Melina Hainer, Lea Schrade, Yusuf Antike, Alexander Lüttger, Adil El Charki

 

Klasse 10 b Wilhelm-Busch-Realschule

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Höfkerstr. 7
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